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Sexualität und Alter

 

 

Sexualität ist nie eine Frage des Alters!

 

Sexualität und Lust im Alter werden immer noch sehr wenig thematisiert, sie grenzen beinahe an ein Tabu. Die meisten Menschen können sich ein erfülltes Sexualleben jenseits der 60 gar nicht vorstellen, weil sie sexuelle Aktivitäten automatisch mit dem "Jungsein" assoziieren. Älteren Männern wird gerade noch - meist jedoch nur in Zusammenhang mit einer jungen Frau - ein regeres Sexualleben zugesprochen. So besteht bei Männern häufig auch der Irrglaube, dass bei Frauen jenseits der Wechseljahre ein Schlussstrich bezüglich sexueller Lust gezogen werden muss.

Tatsache ist jedoch, dass eher die Männer im Seniorenalter mit größeren Veränderungen hinsichtlich ihrer Sexualität rechnen müssen (Erektionsstörungen usw.). Bei Frauen steigt bis zum 35. Lebensjahr das sexuelle Interesse an und bleibt dann lange auf diesem Niveau. Umfragen zeigen, dass über ein Drittel der Frauen zwischen 60 und 80 Jahre Sex haben, und noch mehr Frauen äußern ihr Interesse daran. Auch die Selbstbefriedigung hat bei diesen Frauen großen Stellenwert und bietet eine Möglichkeit, die Sexualität auszuleben.

Mit welchen Veränderungen in punkto Sex müssen Frauen im Alter rechnen?

Prinzipiell bleibt bei älteren Frauen nach den Wechseljahren die Sexualität eine wichtige Quelle für die Lebensenergie, das Selbstwertgefühl und das Gefühl der partnerschaftlichen Gemeinschaft. Die Intensität des reinen körperlichen Verlangens nimmt zwar im Alter ab, nicht jedoch der Wunsch nach Zärtlichkeit, Sexualität und Befriedigung. Die Erregung läuft langsamer ab, es dauert länger, bis die Scheide feucht wird. Auch bei vielen älteren Männern kann etwas mehr Zeit vergehen, bis sie eine ausreichende Erektion bekommen. Daher sollte dem Vorspiel im Alter größere Bedeutung zukommen. Die Orgasmusfähigkeit ändert sich jedenfalls im Alter nicht.

Störfaktoren, die den Sex beeinträchtigen können, sind in erster Linie körperliche Erkrankungen, chronische Schmerzen - die mit zunehmendem Alter naturgemäß häufiger auftreten -, seelische und auch partnerschaftliche Probleme, Ängste etc.

In einer Umfrage gaben bis zu 32 Prozent der älteren Frauen einen Mangel an Zärtlichkeit an, bis zu 41 Prozent klagten über nicht ausreichenden sexuellen Kontakt, weil der Partner desinteressiert, krank bzw. impotent war oder Beziehungsprobleme vorlagen. Für etwa 13 Prozent reduzierte sich der Sex auf eine reine Routineübung, was häufig auf Kommunikationsprobleme zurückzuführen war.

Oft verhindert jedoch allein schon die Vorstellung, "zu alt für den Sex zu sein", dass man miteinander schläft. Dabei hält gerade ein erfülltes Sexualleben die Lebensgeister wach und ist auch der Gesundheit förderlich.

Welche Vorteile bietet der Sex im Alter?

Im Vergleich zum "Teenager-Sex" hat der "reife Sex" sogar gewisse Vorteile. So braucht man sich keine Gedanken mehr um die Verhütung machen. Die Orgasmusfähigkeit ist mitunter sogar besser, weil bestimmte Belastungen wegfallen, die in der Pubertät häufig vorkommen. Auch im Erwachsenenalter gibt es Phasen, in denen die Auslebung der Sexualität durch äußere Faktoren hintangestellt werden muss. Vor allem in der Zeit, wo der Nachwuchs sehr viel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, kann dies zu Schwierigkeiten in der Partnerschaft führen. 

Darüber hinaus haben Männer ab 40 wesentlich seltener einen vorzeitigen Samenerguss. Das Liebesspiel dauert dadurch insgesamt länger und wird daher auch als befriedigender empfunden. Der Druck, einen Orgasmus zu bekommen oder die Partnerin bzw. den Partner bis zum Höhepunkt stimulieren zu müssen, fällt eher weg, weil sich die Bedürfnisse, Wünsche, Ansprüche beim Sex verlagern. Das Wohlbefinden durch die empfundene Nähe löst oft den Wunsch nach Befriedigung durch körperliche "Spitzenleistungen" ab.

Welche körperlichen Veränderungen beeinflussen den Sex?

Das Feuchtwerden der Scheide (Lubrikation): 

Mit zunehmendem Alter haben Frauen häufiger Probleme mit dem "Feuchtwerden der Scheide", der so genannten Lubrikation. Die Scheidenhaut sondert eine klare Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit wird aus dem Gefäßgeflecht, das die Scheide umgibt, herausgepresst. Je größer die Erregung ist, desto besser ist dieses Geflecht durchblutet und umso mehr Flüssigkeit kann die Scheide befeuchten. Bei älteren Frauen dauert es manchmal etwas länger, bis genug Sekret für einen "reibungslosen" Geschlechtsverkehr gebildet wird.

Ein entscheidender Faktor, der die Scheidenfeuchtigkeit beeinflusst, sind die Östrogene. Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel im Blut. Dadurch wird die Scheidenhaut dünner. Sie wird atroph, also nicht mehr so gut mit Blut und Nährstoffen versorgt, das Scheidenrohr wird starrer. Durch die verminderte Durchblutung ändert sich auch die Zusammensetzung des Scheidensekrets. Die Scheidenwand wird anfälliger für Infektionen, die beim Sex zu Schmerzen und zu Kontaktblutungen führen können.

Mit einer Östrogensubstitution - Hormonersatz in Form von Tabletten oder als Creme lokal in die Scheide - kann die Problematik der "trockenen Scheide" gemildert oder behoben werden. Darüber hinaus gibt es geruchs- und geschmacksneutrale Cremes bzw. Gels, um die Gleitfähigkeit in der Scheide zu erhöhen.

Welche zusätzlichen Veränderungen beeinflussen den Sex? 

Psychosoziale Faktoren: 

Ältere Frauen leben häufig alleine, es herrscht ein "Männermangel". So beträgt das Frauen-Männer-Verhältnis bei den 60-Jährigen noch 1:1, bei den 70-Jährigen 3:2 und bei den 80-Jährigen kommen gar auf jeden Mann zwei Frauen.

Schulbildung:

Das Bildungsniveau über 50-jähriger Frauen steht nach einer Untersuchung in den USA in einem direkten Zusammenhang mit der empfundenen Zufriedenheit beim Sex, der Fähigkeit, Lust zu verspüren und Orgasmen zu haben. Die Versagensängste sind bei diesen Frauen weniger häufig, das Selbstvertrauen ist stärker ausgeprägt als das ihrer weniger gebildeten Geschlechtsgenossinnen.

Was kann man zur Unterstützung der Sexualität im Alter tun?

Manche Frauen, die über Jahrzehnte eine unbefriedigende Sexualität kennen gelernt haben, sind im Alter erleichtert, wenn sie dem ein Ende setzen können. Man sollte jedoch keinesfalls vergessen, dass auch im Alter noch die Chance besteht, mit einem einfühlsameren Partner eine neue Form der Sexualität zu entdecken.

Es gibt keine allgemein gültigen Regeln. Letztlich muss jeder Mensch seine Wünsche, Träume und Bedürfnisse selbst erkennen und versuchen, sich diese zu erfüllen. Dazu gehört, wie auch in jungen Jahren, die Möglichkeit zur Kommunikation und die Offenheit anderen und sich selbst gegenüber. Eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Sexualleben ist der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper gegenüber. Außerdem sollte man sich beim Ausleben seiner Sexualität keine Leistungszwänge auferlegen.

Bestehen körperliche oder partnerschaftliche Probleme, können diese mit Hilfe medizinischer oder therapeutischer Beratung behoben oder zumindest gebessert werden. Wichtig ist, die bestehenden Tabus hinsichtlich der Sexualität im Alter für sich zu überwinden und einen individuellen Weg dabei zu gehen. Das eigene Umdenken ist diesbezüglich jedoch nicht ausreichend, auch die Umwelt, die eigenen Kinder und Kindeskinder sowie das Pflegepersonal in Altenheimen etc. müssen älteren Menschen ihr Recht auf Sexualität zugestehen.

Autorin: Dr. Britta Bürger